Interview mit Angriffs-Star Fausto

Cyrill  "Fausto" Schreiber (Quelle: C. Schreiber, 
privat)

EC 2010

„Meine Vorbilder waren mein Vater, Dirk Schachtsiek und Martin Becker.“

Cyrill „Fausto“ Schreiber, Schweizer Nationalspieler. Der Ausnahmeathlet vom FB Schwellbrunn sammelt Titel, wo es nur geht. Landesmeister, Europacupsieger, ja sogar Südamerikameister wurde der erst 27-jährige Hauptangreifer bereits. Was treibt ihn an und mit welchem Angriffsschlag will "Fausto"gegen die Konkurrenz in Berlin nach der Goldmedaille greifen? Was Cyrill Schreiber seinem Gesprächspartner Tobias Andres erzählte, lesen Sie im nachfolgenden Interview.....

Cyrill, Du bist beim Europacup 2010 als Hauptangreifer für Schwellbrunn am Start, welche Erwartungen hast Du an den diesjährigen Europacup und wie schätzt Du die Konkurrenz ein?

Ich erwarte Faustball auf hohem Niveau, packende und interessante Spiele.

Ich denke die Konkurrenz ist, wenn man die Teams anschaut, sehr stark dieses Jahr.


Du gehörst zu den besten Angreifern der Welt. Welche Europacup-Erfahrung hat Dich am stärksten geprägt?

Ich denke, jede Europacup-Erfahrung hat mich gestärkt, man lernt immer wieder was dazu. Man muss immer wieder hart an allen Schwächen, die man hat arbeiten, um dann Top-Leistungen abrufen zu können.

 

Cyrill, kaum ein Schlagmann zimmert die Schläge so bretthart wie Du auf die Grundlinie. Wie hast Du diese Schlaghärte erworben und spürst Du bereits Verschleißerscheinungen?

Um solch ne Schlaghärte hinzubekommen, braucht es immer sehr viel Training im athletischen Bereich und an dem arbeite ich immer sehr zielstrebig. Durch vielseitiges Krafttraining kann man vieles vorbeugen, daher geht’s mir sehr gut körperlich.


 „Auch eine ‚Faustballmaschine’ braucht mal ne Zwischenpause.“


Cyrill, viele kennen Dich als unermüdliche Faustballmaschine. Aber auch Du hast Dir in der Vergangenheit schöpferische Auszeiten vom internationalen Faustball gegönnt. Was war der Grund dafür und kannst Du dies auch anderen Faustballern empfehlen?

Auch eine „Faustballmaschine“ braucht mal ne Zwischenpause. Wenn man immer sehr hart trainiert und für diesen Sport lebt und alles gibt, kann es auch mal gefährlich werden, die volle Motivation aufzubringen.

Und dass passierte mal bei mir für ne kurze Zeit. Man hat dann Zeit für was anderes und kommt meistens gestärkt und mit noch größerer Motivation zurück.


Du hast in den letzten Jahren Dein Schlagrepertoire kontinuierlich erweitert. Fast jeden Sommer überraschst Du Gegner und Zuschauer mit einer neuen Schlagvariante. Wie machst Du das, steckt dahinter eine langfristige Konzeption?

Ja das ist so. Wenn man international spielt ist das Niveau sehr hoch und man muss sich stets verbessern, gerade in der meistgespielten U-Aufstellung ist es als Schlagmann schwierig, Bälle reinzuhauen, wenn man nur eine oder zwei Varianten hat. Da muss man vielseitiger werden. Ich trainiere halt auch immer alle Varianten im Training und nur so ist es möglich sich zu verbessern.

Cyrill "Fausto" Schreiber beim TKH Turnier 2006 (Quelle:  faustballbilder.de Rouven Schönwandt)

Auf welche Fausto-Spezialität dürfen sich die Zuschauer beim Europacup in Berlin freuen?

Bestimmt auf brettharte Schläge.


Kritiker behaupten, wenn Du überhaupt Schwächen hast, dann allenfalls im Defensivverhalten oder im mentalen Bereich.

Mein Ziel ist es, mich immer in den schwächeren Bereichen, die ich habe, zu verbessern – und da mehr Zeit zu investieren.


Jahrelang warst Du das Aushängeschild des Schweizer Spitzenklubs Widnau. Dann brach die Mannschaft auseinander. Daraufhin hast Du kurzzeitig in Brasilien gespielt, warst bei österreichischen Top-Klubs im Gespräch und bist derzeit bei Schwellbrunn unter Vertrag. Was hat Dich zu Deinen Vereinswechseln bewogen und wie bist Du mit Deiner Situation in Schwellbrunn zufrieden?

Ja, das Ausland war in letzter Zeit immer ein Thema und auch Ziel für mich. Es war ne tolle Zeit und Herausforderung in Brasilien. Schwellbrunn ist ein Appenzeller Verein. Für die schlägt mein Herz und fühle mich sehr wohl bei denen. Trainieren dort alle hart und haben ne Top-Einstellung auf und neben dem Platz. Ich hatte ne super Zeit in Widnau und habe dort sehr viel profitiert. Für mich persönlich war es Zeit für eine Veränderung.


Der Faustballsport im Spitzenbereich erfordert eine unglaublich große Hingabe und vielerlei Entbehrungen in anderen privaten Feldern. Woher nimmst Du Deine Motivation, was treibt Dich an immer noch besser zu werden und noch mehr zu gewinnen?

Cyrill "Fausto" Schreiber bei der EM in Stammheim 
(Quelle: C. Schreiber privat)Ich spiele seit meiner Kindheit Faustball, bin durch meine Eltern zu diesem Sport gekommen. Und mir wurde auch auf den Weg gegeben, wenn du was reißen willst, musst du auch hart trainieren.

Bin so immer mehr reingewachsen in diesen tollen Sport und hatte einfach immer große Ziele vor Augen – und habe diese heute noch. Das treibt mich an, noch gezielter an mir zu arbeiten. Es gibt immer wieder tolle Anlässe wie Europacups, Weltpokale, Europameisterschaften, Weltmeisterschaften oder World Games.

Und da braucht es einen sehr hohen Willen, um Top-Leistungen zu bringen.


Trotz Deiner erst 27 Jahre zählst Du bereits zu den altbekannten Hasen im Geschäft. Was waren Deine faustballerischen Vorbilder in der Jugendzeit? Gibt es heute immer noch Spieler, von denen Du Dir das eine oder andere abschauen kannst?

Ja, ich hatte immer Vorbilder: mein Vater, Dirk Schachtsiek, Martin Becker.

Ich habe ihnen in meiner Jugend sehr sehr viel zu- und abgeschaut.


Fausto, herzlichen Dank für Deine offenen Worte und den interessanten und spannenden Blick hinter die Kulissen. Herzlichen Dank für das Gespräch!


Zum Schluss:

Am 3./4. Juli 2010 bin ich … und mein Team top vorbereitet, um das Beste beim Europapokal herauszuholen.

Berlin ist … ein super Verein und wird bestimmt einen tollen Europapokal auf die Beine stellen.

Faustball … ist ein toller Sport und ich fühle mich sehr wohl in der Faustball-Familie.


14. April 2010. Das Interview führte Tobias Andres.


(Quelle Bild 2: faustballbilder.de Rouven Schönwandt>

Quelle Bild 1 + 3: privat)>